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Schmuckallergien

 

Die Haut kann auf verschiedene Weise auf den Kontakt mit Schmuck reagieren, was von vielen Faktoren abhängig ist.

 

Unerwartete Reaktionen beim Tragen von Schmuck aus Metall treten in drei Formen auf:

 

1.     Als Schwärzung der Haut (genannt der „schwarze Dermographismus“),

2.     Als entzündliche Reizung der Haut (genannt „irritative Kontakt- Dermatitis“),

3.     Als Entzündungen der Haut, Ausdruck einer übermäßigen Abwehr von Metallen durch das Immunsystem (genannt „allergische Kontakt- Dermatitis“).

Die Kontakt- Dermatitis ist eine Erkrankung, die sich als meist juckende Rötung der Haut darstellt, mit Schwellungen und Bläschen, bei längerem Bestehen auch mit kleinen Schuppen belegt und wegen des Kratzens häufig von blutigen Schrunden durchzogen ist.

 

Zu 1.

Der „schwarze Dermographismus“

 

Eine Schwärzung der Haut, eine schwarze Hautschrift unter einem Schmuckstück ist kein Zeichen einer Schädigung der Haut, ist keine Entzündung, ist nichts Krankhaftes.

Sie tritt an abgeschilferten Metallteilchen aus dem Schmuck auf, die an der obersten Schicht der Haut, der sog. Hornschicht, angelagert („absorbiert“) sind. Diese metallischen Partikel werden dort durch Bestandteile des Schweißes oder der Umgebung chemisch so verändert, dass ihre Farbe in Schwarz umschlägt (wie es z.B. Silber widerfährt, wenn es schwarz anläuft).

Bestandteile von Schmuckmetallen, die als „Abgeschilferte Splitter“ zum schwarzen Dermographismus führen, sind:

Gold, Silber, Kupfer, Aluminium, Zink und Zinn.

Die Voraussetzung für eine Schwärzung der Haut ist also, dass aus dem festen Metall einer Schmucklegierung durch Reiben auf der Haut Partikel abgeschabt werden, man spricht von Abrieb. Dies ist auf einer rauhen Oberfläche möglich. Trockene und rauhe Haut neigt dazu. Aber auch auf die Haut aufgetragene feste Substanzen, z. B. Bestandteile von Puder, wirken wie Reibeisen auf die Oberfläche eines Schmuckmetalls.

Bekannt ist, dass viele individuelle Voraussetzungen am Träger des Stückes für das Auftreten des Symptoms eine Rolle spielen. Zu diesen zählt unter anderem die Zusammensetzung des Schweißes auf der Haut!

 

Zu 2.

 „Irritative Kontakt- Dermatitis“

 

Die unspezifisch entzündliche Schädigung der Haut (die „irritative Kontakt- Dermatitis“).

Eine Entzündung der Haut als Folge einer Irritation wird verursacht durch Substanzen, die, auf die Haut aufgetragen, zu einer Verletzung der Hornschicht führen („Irritantien“) und später zu einer entzündlichen Reaktion der darunter gelegenen Hautschichten folgen. Solche Schäden treten in wechselndem Ausmaß bei allen Menschen auf.

Konzentriertes Salz (NaCl),  auf die Haut aufgetragen, kann die Bildung von Metallsalzen provozieren und zugleich die Lösung von Metallen fördern. Die gesunde Haut der meisten Menschen beseitigt das Problem. Es reicht aber nur eine kleine Kratz- oder Schürfwunde in der Nähe des Schmucks, damit die Metallkorosion lästig wird.

 

Zu 3.

 

Die immunologisch verursachte Entzündung der Haut als Folge einer übermäßigen Abwehr von Metallen (die „allergische Kontakt- Dermatitis“).

Die über das körpereigene Abwehrsystem (das Immunsystem) verursachte Entzündung der Haut ist das Symptom einer übermäßigen Reaktion des Körpers im Sinne einer Erkrankung, einer Allergie.

Der Körper wird durch sein Immunsystem vor Schäden durch von außen eindringende Substanzen geschützt. Potenziell krankmachende Stoffe werden unschädlich gemacht und aus dem Körper abgesondert.

Bei entsprechend veranlangten Personen  reagiert das Immunsystem krankhaft mit lokalen oder generellen Entzündungen.

 

Allergische Dispositionen beobachtet man sowohl gegenüber „natürlichen“ als auch  „künstlichen“ Stoffen.

Metalle sind potenziell schädigende Elemente, obwohl sie teilweise im Körper an vielen Knotenpunkten des Stoffwechsels  als Spurenelemente wichtige Funktionen ausüben. Über  die Haut eindringende Metalle in Form von Ionen werden in der Regel über Zellen des Abwehrsystems verstoffwechselt und ausgeschieden oder  sinnvoll in den Körper eingeschleust.

Wenige Menschen reagieren auf Metalle allergisch. Bei diesen Personen führen Metallionen, wie sie aus Schmucklegierungen freigesetzt werden können,  zu Entzündungen der Haut, wenn sie als Ionen in ausreichender Konzentration durch die Hornschicht in die Haut eindringen können.

 

Die krankhaften, allergischen Reaktionen auf Schmuck werden in mehreren Schritten vorbereitet und ausgelöst.

 

Das Schema unten stellt das dar:

I. Die Vorbereitung zur allergischen Reaktion, genannt „Sensibilisierung“

  • Metall korrodiert zu Me+ - Ion aus dem Schmuck
  • dringt durch die Hornschicht in die aktive Haut  hindurch ( „permeiert“ in die Haut)
  • wird zum „Antigen“ in und an spezialisierten Zellen
  • zu denen weiße Blutzellen (Lymphozyten) Kontakt aufnehmen, die bei einer individuellen Disposition eine übermäßige Abwehrbereitschaft entwickeln (= Sensibilisierung)

 

II. Die Auslösung der Entzündung beim erneuten Kontakt mit dem Allergen

  • eine erneute Exposition gegen Me+ -Ionen bei sensibilisierten Blutzellen verursacht
  • die örtlichen Entzündungen der Haut (= die „allergische Kontakt- Dermatitis“)

 

Eine Sensibilisierung gegen Gold, Silber und Platin als Bestandteile des Schmucks ist höchst selten. Aber in vielen Legierungen wurden diese Edelmetalle mit anderen gemischt, was mit den Außenfaktoren verbunden. Das Auftreten der allergischen Reaktion auf Schmuck verursachen konnte. Das betrifft auch Personen, die bis jetzt keine solchen Probleme hatten.  

Das Baden in salzhaltigem Meerwasser z.B. wirkt metalllösend auf Schmuck. Auch das Greifen salziger Nüsse und salzigen Gebäcks zum „Knabbern“ vor dem Fernseher führt zur Anreicherung von Kochsalz auf der Haut ringtragender Finger.

Auch unser Gesundheitszustand kann zeitweillig durch den Gehalt der verschiedenen Substanzen im Schweiß auf Steigerung der Absonderung von Metallionen einwirken.

Viele Komponenten wirken also zusammen in der Reaktionskette, die zur allergischen Reaktion gegen Metalle aus Schmuck führt.  Ein Zurückdrängen jeder Teilkomponente kann bei Betroffenen zur Verbesserung der „Verträglichkeit“ beitragen.

 

Sind allergische Reaktionen auf Schmuck zu vermeiden?

 

Nicht ganz. Wir können aber, wie in jedem Fall  der Allergie, beobachten, welche Art des Schmucks uns allergisch macht  und wir können Produkte aus niedriggoldhaltigen Legierungen (8 und 10 kt.) nicht mehr kaufen. Solche Produkte enthalten v.a. die Metalle gegen die eine Sensibilisierung besteht.   

 

Bearbeitet von WÊC-Twój Jubiler anhand der Materialien von Firma C.Hafner; aus dem Artikel von Marta Kuncewicz (Beratung: Dr. med. Aldona Wilk) Z&B 1/2000